Diese Beschreibung des Rundgangs wurde von Heike Rohweder unter Mitarbeit von Uwe Fricke und Klaus Müller erstellt

 

Station 1 Wandsbeker Schloss - Schlossgarten Nr. 15

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Vor 450 Jahren war Wandsbek noch ein kleines Dorf, gefühlt weit weg von Hamburg, an der Landstraße nach Lübeck gelegen.

 

1564 wurde an dieser Stelle vom damaligen Besitzer des Gutes Wandsbek, Heinrich Rantzau, die "Wandesburg" erbaut. Rantzau war ein gebildeter Adliger, beispielsweise  hatte er den Astronomen Tycho Brahe zu Gast. Ebenso war er ein geschickter Kaufmann, der die erste Wassermühle an der Wandse am Mühlenteich betrieb. Wandsbek erlebte einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung.

 

Die "Wandesburg" wurde als Wasserburg angelegt. Nach der Erfindung des Schießpulves hatte das Wasser zur Zeit Rantzaus keine Schutzfunktion mehr, sondern war nur noch ein gestalterisches Mittel.

 

In der beginnenden Kolonialzeit ging 1762 der Besitz an den Kaufmann Heinrich Carl von Schimmelmann, der zu diesem Zeitpunkt Schatzmeister am dänischen Hof war. Wandsbek gehörte damals zum Herzogtum Schleswig und damit zu Dänemark. (Bis nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 wird es in dänischem Besitz bleiben.) Schimmelmann ließ das alte Herrenhaus aus Rantzauscher Zeit abreißen und auf den Grundmauern das Wandsbeker Schloss errichten.

 

Das Gebiet des Schlossgartens reichte jetzt im Süden bis zur heutigen Jüthornstraße, wo sich der Gutshof zur Versorgung des Schlosses befand. Im Schlosspark gab es sogar Treibhäuser, in denen exotische Pflanzen wie beispielsweise Agaven und Ananas gezogen wurden. Unter den Adelshäusern herrschte damals ein Wettstreit, auch Agaven in unseren Breiten zum Blühen zu bringen. Dazu wurden speziell geschulte Gärtner eingestellt. Die Gewächshäuser beim Schloss besaßen für den Winter eine Heizung und ließen sich im Sommer mit speziellen Rollos schattieren.

 

Zur Person Schimmelmann: Er galt damals als reichster Mann Europas und war unter anderem durch den sogenannten ,,Dreieckshandel" reich geworden:

Er verschiffte Kattun (Baumwollstoffe) und Gewehre zur Westküste Afrikas. Dort wurden Sklaven gekauft und zu Schimmelmanns und dänischen Zuckerrohr- und Baumwollplantagen in der Karibik transportiert. Zuckermelasse und Baumwolle gelangte dann zur Weiterverarbeitung nach Europa.

 

In Wandsbek war die Baumwollverarbeitung auch später noch sehr bedeutend. Der Straßenname  Kattunbleiche erinnert noch heute an die Bleichwiesen an der Wandse.

 

Schimmelmann steht wegen des Sklavenhandels heute sehr in der Kritik, eine Büste am Puvogelbrunnen wurde nach Protesten der afrikanischen Gemeinde entfernt. (20 -30% der Sklaven überlebte die Überfahrten nicht).

 

Schimmelmann war auch für wenige Jahre Mäzen für Matthias Claudius.

Trotzdem übte Matthias Claudius mit folgendem Gedicht Kritik am Sklavenhandel:

 

Der Schwarze in der Zuckerplantage

 

Weit von meinem Vaterlande

 

Muß ich hier verschmachten und vergehn,

 

Ohne Trost, in Müh' und Schande;

Ohhh die weißen Männer!! klug und schön!

 

Und ich hab' den Männern ohn' Erbarmen

Nichts getan.

 

Du im Himmel! hilf mir armen

Schwarzen Mann!

 

Matthias Claudius hat auch den Text seines bekannten Abendlieds "Der Mond ist aufgegangen" in Wandsbek geschrieben.

 

Vor ca. 150 Jahren beginnt in Deutschland mit der Industrialisierung ein neues Zeitalter. In der sogenannten Gründerzeit nimmt der Wohlstand in weiten Kreisen des Bürgertums in Hamburg zu. Nach dem Hamburger Brand gibt es auch eine Nachfrage nach Villengrundstücken vor den Stadtgrenzen Hamburgs, das Großbürgertum will nicht mehr in den Kaufmannshäusern mit Speichern an den Fleeten und in der Nähe der Gängeviertel leben. Vorstädte werden attraktiv, ein Leben und Wohnen dort aber erst durch Anbindung mit einer Eisenbahn oder einer Pferdebahn möglich.

Der Kaufmann Carstenn lernt in England solch eine Vorstadt und Pläne dazu kennen. in England begann die Industrialisierung schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er bringt die Idee der Villenkolonie nach Deutschland.

 

Die Nachkommenschaft Schimmelmanns muss aufgrund finanzieller Probleme Land verkaufen: Der Nachfahre Christian Schimmelmann muss feststellen, dass er seinen aufwändigen Lebenswandel nicht mehr finanzieren kann und verkauft zunächst den nördlichen Teil Wandsbeks mit den Gewerbebetrieben an den dänischen König. Wandsbek gehörte ja zu der Zeit noch zu Dänemark. Der dänische König will es unbedingt  für Dänemark behalten und nicht an das reiche Hamburg abgeben, er erkennt damals schon das Potential dieses aufblühenden industriellen Standorts vor den Toren Hamburgs. Der südliche landwirtschaftlich geprägte Teil bleibt zunächst im Besitz der Nachfahren Schimmelmanns.

 

1857 wird dann jedoch auch der südliche Teil mit dem Schloss, dem Gut, den Gehölzen, den Tongruben und den landwirtschaftlich genutzten Flächen auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Marienthal verkauft:  Er geht zu sehr günstigen Bedingungen an den Hamburger Kaufmann Carstenn und einen Partner. Jener lässt das noch intakte Schloss 1861 abreißen.

 

Vom Schloss übrig geblieben sind die Attika (Teil der Hauptfassade des Schlosses, heute im Innern des Bezirksamtes), zwei Vasen (am Wandsbeker Markt am Übergang Schloßstraße) und zwei Löwen (Kopien an der Westseite des Wandsbeker Marktes), sie säumten früher die Auffahrt zum Schloss.

 

Carstenn sorgt dafür, dass die Eisenbahnstrecke nach Lübeck nicht durch das  Zentrum  des Fleckens Wandsbek  verläuft, sondern als Verkehrsanbindung durch sein Villengebiet.

 

Mit dem Gewinn, den er durch lukrativen Verkauf in Wandsbek macht, kauft Carstenn in Berlin Land, das er ebenfalls parzelliert. Die Villenkolonie Lichterfelde entsteht auf diese Weise . In Analogie zu Marienthal wird für eine Anbindung durch die Eisenbahn ("Wannseebahn" Strecke Berlin -Potsdam Station Lichterfelde West) gesorgt.

 

Zum Namen des Stadtteils Marienthal:

Früher wurde als Erklärung der Name eines Witwensitzes herangezogen, den der Gutsbesitzer Kielmannsegg etwa 150 Jahre zuvor für seine Frau am Mühlenteich  errichten ließ. Aus dem Haus war aber ein übel beleumdetes Etablissement geworden.

In Kiel wurde eine Bitte Carstenns und eine Antwort der Verwaltung gefunden, nach denen Marienthal nach Carstenns Tochter Marie benannt wurde.

 

Rote Tafel am Standort des ehemaligen Wandsbeker Schlosses
Rote Tafel am Standort des ehemaligen Wandsbeker Schlosses

Station 2 Gutshof des Schlosses - Kurvenstr 12

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Der Gutshof schloss an das südliche Ende des Schlossgartens an. Er diente der Versorgung des Schlosses. Das Ende des Wandsbeker Gutshofes und seiner Nebenstelle am Ölmühlenweg kam mit dem Bau der Eisenbahnlinien nach Kiel und Berlin. Dadurch konnten aus anderen Regionen billigere Meiereiprodukte geliefert werden.

Nach der Parzellierung des Gutsgeländes blieb das Pächterhaus als einziges übrig. Es blieb noch bis zur Zerbombung im 2. Weltkrieg erhalten, diente auch als Schule und beherbergte den Vorläufer des Matthias Claudius Gymnasiums. 1872 gab es die erste höhere Bürgerschule in Wandsbek. 1888 erfolgte der Umzug an den neuen Standort Witthöftstraße (jetzt MCG).

 

Dieses historische Foto vom Pächterhaus wurde uns freundlicherweise von Frau Charlotte Falb zur Verfügung gestellt.
Dieses historische Foto vom Pächterhaus wurde uns freundlicherweise von Frau Charlotte Falb zur Verfügung gestellt.

Station 3 Schlossgarten Ecke Ziesenißstraße - Jugendstilvilla und Hamburger Kaffeemühle

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Der Haustyp der Hamburger Kaffeemühle folgte auf den Jugendstil und wurde in den 20er- und 30er- Jahren populär. Typisch ist ein schlichter würfelförmiger Backsteinbau mit Walmdach, oft mit einem Erker, auf dem häufig ein Balkon ist. Der Erker wirkt wie eine Schublade zum Herausziehen bei alten Kaffeemühlen.

 

die Jugendstilvilla Ziesenißstraße 20
die Jugendstilvilla Ziesenißstraße 20
Eine typische Kaffeemühle an der Ziesenißstraße 22
Eine typische Kaffeemühle an der Ziesenißstraße 22

Station 4 Ziesenißstraße Ecke Zitzewitzstraße 

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Hier endete früher ein Kanal im Schlosspark.

 

Nach einer Sage soll es ein Spukhaus an der Horner Landstraße - Ecke Bauerberg gegeben haben. Von dort soll es einen unterirdischen Gang bis zum Wandsbeker Schloss gegeben haben.

 

In dieser Karte von 1865 in blau eingezeichnet: der Kanal im Schlosspark. Ganz links angeschnitten: der Traunspark (Thema der nächsten Station) mit seinem blau markierten Teich
In dieser Karte von 1865 in blau eingezeichnet: der Kanal im Schlosspark. Ganz links angeschnitten: der Traunspark (Thema der nächsten Station) mit seinem blau markierten Teich

Station 5 Claudiusstraße  Ecke Traunsallee

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Zwischen der Hammer Straße und der Claudiusstraße befand sich bis ins vorletzte Jahrhundert ein parkähnliches Areal mit einem im Stil englischer Herrenhäuser erichteten Landhaus, das wegen des Baustils als "Englisches Haus" bezeichnet wurde. Als Bauherr gilt Heinrich Carl von Schimmelmann, der es um 1772 erbauen ließ und es dann auch bewohnt haben soll.

Das Anwesen wurde 1797 von Christian Schimmelmann (dem Sohn von Heinrich Carl von Schimmelmann) an einen Hamburger Kaufmann namens Johann Heinrich Ludendorff verkauft. 

Zu der Zeit unterhielten einige wohlhabende Hamburger Kaufleute neben ihren Stadtwohnungen Landsitze vor den Toren Hamburgs. Neben den Elbvororten und der Geestkante in Hamm und Horn gehörte auch Wandsbek zu diesen bevorzugten stadtnahen Lagen.

Später ging der Besitz an einen Hamburger Kaufmann namens Wöbbe, bis ihn schließlich der Fabrikant, Senator und Sozialpolitiker Heinrich Traun (*1838, † 1909) übernahm. Nach ihm wurde das Areal Traunspark genannt.

Zu dem parkartigen Gelände gehörte auch ein Teich mit einem Badehaus. Dieser Teich war über Gräben mit dem Schloßgartenkanal verbunden. 

 

Die Parzellierung des Traunspark erfolgte erst 1913, heute erinnert lediglich die Straße Trauns Allee an diese vergangenen Zeiten. Einen anderen nach dem Senator benannten Traunspark gibt es heute noch in Rothenburgsort.

 

Station 6 Grenzstein Hammer  Straße - Höhe Asmusweg

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Grenzverläufe waren früher nicht immer eindeutig. Schimmelmann legte jedoch die Grenze zwischen seinem Besitz und Hamburg genau fest. Sie verlief auf der Mitte der heutigen Brauhausstraße und der Hammer Straße. Mehrere Grenzsteine wurden gesetzt, die meisten sind inzwischen unter dem Asphalt verschwunden. Die später verwendete Inschrift „H + P“ steht für Hamburg und Preußen. Außerdem gibt es hier noch zwei Steinbänke, auf denen schon Matthias Claudius mit seinen Freunden gesessen und über die Heideflächen nach Hamburg geblickt haben soll. Die Steinbänke wurden von zwei Säulen flankiert, die auch noch vorhanden sind. Die Steinbänke und Säulen säumten den Zugang zum "Englischen Haus".

Siehe hierzu auch den Blog-Beitrag 

 

Station 7 Husarendenkmäler

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Wandsbek hat keine lange Tradition als Militärstadt.

Erst seit 1850 gab es Kasernen in der Lengerckestraße im Norden von Wandsbek. Um nach dem deutsch-fränzösischen Krieg Soldatenstadt zu bleiben (das war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor), musste ein größeres Kasernengelände her.

Der Neubau wurde hier an der Schilleranlage (heutiger Park Am Husarendenkmal) errichtet. 

Es wurde immer das gute Verhältnis der Bevölkerung zu den Husaren erwähnt, sie machten beispielsweise in der Gaststätte Groß-Jüthorn Musik.

 

Bei der Anlage der Villenkolonie durch Carstenn wurden großzügig zwei quadratische Parkanlagen angelegt: die Marienanlage und die Schilleranlage, letztere wurde nach 1900 im Zuge der Erweiterung der Husarenkaserne zur Hälfte bebaut wurde und ist daher heute nur noch dreieckig.

 

Die Straße „Am Husarendenkmal“ hieß früher Lindenstraße, wurde aber nach 1937 umbenannt, da Straßennamen innerhalb Hamburgs eindeutig sein müssen, noch heute gehören die Linden zum Straßenbild.

Das Husarenregiment wurde nach dem 1. Weltkrieg aufgelöst.

 

Es folgte eine Nutzung durch die Polizei  genutzt, durch die ,,Ordnungspolizei" in der NS-Zeit, danach bis in die Achtziger-Jahre durch die Verkehrsstaffel Ost.


Für nähere Informationen zu den Husarendenkmälern siehe hier.

 

Der trauernde Husar (1923): Geschaffen von Oskar E. Ulmer, erinnert dieses Denkmal an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Der trauernde Husar (1923): Geschaffen von Oskar E. Ulmer, erinnert dieses Denkmal an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Husarendenkmal "der Meldereiter": vom Berliner Bildhauer Johann Jaenichen geschaffen und im Jahr 1938 aufgestellt. Das Denkmal zeigt einen Husaren in traditioneller Uniform, der auf einem Pferd sitzt und eine Meldung überbringt.
Husarendenkmal "der Meldereiter": vom Berliner Bildhauer Johann Jaenichen geschaffen und im Jahr 1938 aufgestellt. Das Denkmal zeigt einen Husaren in traditioneller Uniform, der auf einem Pferd sitzt und eine Meldung überbringt.

Station 8 Kita-Gebäude am Husarendenkmal 

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Dieses unter Denkmalschutz stehende Kasernengebäude von 1914 diente kurz den Husaren, wurde dann von der Polizei und später von der Verkehrspolizei genutzt, zuletzt von der Bauleitung für das Neubaugebiet Husarenhof, und ist jetzt eine Kita.

 

Heute Kita: das ehemalige Kasernengebäude von 1914
Heute Kita: das ehemalige Kasernengebäude von 1914
Dieser Ausschnitt aus dem Gemälde Gemälde "Wandsbek-Marienthal aus der Vogelschau" gemalt 1914 vom Eilbeker Maler Hermann de Bruycker zeigt das Kasernengeländ. Ganz unten rechts die heute noch erhaltene Reithalle mit den um den Exerzierplatz liegenden Stallgebäuden. Auch deutlich  zu erkennen: Auch nördlich der heutigen Straße Am Husarendenkmal  lagen Stallgebäude! Bild durch Anklicken vergrößerbar
Dieser Ausschnitt aus dem Gemälde Gemälde "Wandsbek-Marienthal aus der Vogelschau" gemalt 1914 vom Eilbeker Maler Hermann de Bruycker zeigt das Kasernengeländ. Ganz unten rechts die heute noch erhaltene Reithalle mit den um den Exerzierplatz liegenden Stallgebäuden. Auch deutlich zu erkennen: Auch nördlich der heutigen Straße Am Husarendenkmal lagen Stallgebäude! Bild durch Anklicken vergrößerbar
Diese Toreinfahrt beim Haus Am Husarendenkmal  39 stammt noch von den hier früher liegenden Ställen der Husaren. Die Errichtung der heutigen Wohnhäusern erfolgte 1981
Diese Toreinfahrt beim Haus Am Husarendenkmal 39 stammt noch von den hier früher liegenden Ställen der Husaren. Die Errichtung der heutigen Wohnhäusern erfolgte 1981

Station 9 Gelände der Husarenkaserne - Husarenhof 

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Die ehemaligen Reitställe waren Teil der Kaserne. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von der Verkehrspolizei u.a. als ,,Autoknast' für abgeschleppte Autos genutzt.  Bisweilen fanden hier auch Crash-Shows mit Schrottautos statt.

 

Ein Drittel des Kasernengeländes wurde im 2. Weltkrieg zerstört.

Erhalten sind die unter Denkmalschutz stehende historische Reithalle und die Reitställe.  Sie wurden vollkommen entkernt, und aufwändig wurde ein neues Haus in die alten Mauern gebaut. Daneben enstanden Neubau-, Miet- und Eigentumswohnungen sowie Reihenhäuser.

Ziel war es, durch die Neubauten bezahlbaren Wohnraum für Familien zu schaffen, um diese in Hamburg zu halten, um Steuereinnahmen nicht zu verlieren. Die Reihenhäuser sind für Familien konzipiert, die Wohnungen eher auch für Ältere. Es gibt Wohnraum für ca. 600 Menschen. 

 

Diese war einmal der Exerzierplatz der Husaren umgeben von den Reitställen
Diese war einmal der Exerzierplatz der Husaren umgeben von den Reitställen

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Zwei Linden standen noch von Allee der Verlängerung der Straße Nöpps, früher 1. Antonstraße, und sollte im ersten Bebauungsplan erhalten werden. Davon gibt es nur noch eine Linde, eine musste gefällt werden. Von der Firma Budnikowski wurde als Ersatz eine "Kaiserlinde" gespendet. 

Auf dieser Karte von 1903 ist der Verlauf der Antonstraße zu erkennen. Außerdem: die noch quadratische Schilleranlage
Auf dieser Karte von 1903 ist der Verlauf der Antonstraße zu erkennen. Außerdem: die noch quadratische Schilleranlage
Blick auf die historische Reithalle
Blick auf die historische Reithalle
Auf diesem Bild von 2007 ist die eine heute noch existierende Linde vor der Reithalle zu erkennen. Sie stand an der Antonstraße, die in Verlängerung zum Nöpps südlich von Reithalle und Reitställen verlief (durch das linke Ende des hier im Bau befindlichen Reihenhausblocks)
Auf diesem Bild von 2007 ist die eine heute noch existierende Linde vor der Reithalle zu erkennen. Sie stand an der Antonstraße, die in Verlängerung zum Nöpps südlich von Reithalle und Reitställen verlief (durch das linke Ende des hier im Bau befindlichen Reihenhausblocks)

Kiekenkathe:

Dort wo heute das neue Gebäude der Verkehrspolizei steht, ist auf der alten Karte von 1790 eine einsam am Stadtrand Wandsbeks gelegene Kate, die »Kiekenkathe« eingezeichnet, in der später eine Gastwirtschaft eingerichtet wurde. 

Auf dieser Karte von 1870 ist ganz unten am südlichen Rand von Wandsbek die Kiekenkathe zu sehen
Auf dieser Karte von 1870 ist ganz unten am südlichen Rand von Wandsbek die Kiekenkathe zu sehen

Station 10 Kurvenstraße 24

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Das Mehrfamilienhaus in der Kurvenstraße 24 wurde 1908 von Gerhard Meyer, Inhaber eines Stuckateur-Betriebs in der Desenißstraße in Barmbek, als Altersvorsorge errichtet und diente über ein Jahrhundert hinweg mehreren Generationen seiner Familie als Wohn- und Lebensmittelpunkt. Ursprünglich bestand es aus fünf Geschossen mit Flachdach, das als Sonnenterrasse genutzt wurde. Im Erdgeschoss befanden sich zwei Läden mit kleinen Wohnungen – darunter zeitweise ein rechts Gemüsegeschäft und linksein Schusterladen (wenn man vor dem Haus steht).

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff 1943 schwer beschädigt. Das oberste Stockwerk wurde abgetragen, ein Notdach errichtet, und die Wohnungen nach und nach wiederhergestellt. In den folgenden Jahrzehnten erfolgten technische Modernisierungen wie die Umstellung von Gaslicht auf Elektrizität, der Einbau von Duschen sowie die Umstellung von Einzelöfen und Nachtspeicherheizungen auf Gas-Zentralheizung.

 

Bis 2008 war das Haus zu etwa einem Drittel von Familienmitgliedern bewohnt, ein Drittel wurde vermietet und ein Drittel an Außenstehende verkauft. Der ursprüngliche Wunsch, das Haus überwiegend in Familienhand zu erhalten, wurde damit über viele Jahrzehnte erfüllt.

 

In der Kurvenstraße gab es bis in die 2010er einige Geschäfte zur Nahversorgung: ein Friseur, zeitweise ein Kiosk und ein Second-Hand Geschäft ein Hunde-Friseur, sowie an der Ecke zur Jüthornstraße ein kleines Lebensmittelgeschäft. Bis Ende der 90er Jahre gab es noch eine wie in früheren Zeiten übliche "Kneipe um die Ecke": die Kneipe "Marienthaler".

Das Haus Kurvenstraße 24
Das Haus Kurvenstraße 24

Station 11 Stolpersteine - Edgar und Bertha Heimberg

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Dort, wo sich jetzt die Tankstelle an der Ecke Robert-Schuman-Brücke – Jüthornstraße befindet, standen bis 1943 prachtvolle Mehrfamilienhäuser aus der Gründerzeit an der Goethestraße.

 

Wer hier lebte, hatte es zu etwas gebracht und  übte oft auch einen akademischen Beruf aus, so auch Edgar Heimberg und seine Schwägerin Maria Heimberg.

 

Das Schicksal der beiden, Maria Heimberg gelang mit ihrem Sohn gerade noch rechtzeitig die Flucht nach Großbritannien, während Edgar und Heimberg und seine Frau im Vernichtungslager Chelmno ermordet wurden, können Sie hier nachlesen:

 

http://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=2042